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Gedichte » Lustiges » Lustige Geschichten
22 Gedanken & Gedichte gefunden, Ausgabe 11 bis 20
Exotische Leckereien


Kann denn etwas besser sein,
als exotisch speisen fein,
mit Gewürzen, die uns schmecken
und die Lebensgeister wecken?

Das schmeckt prima, warm und kalt
jedermann, ob Jung, ob Alt,
stärkt das Herz, erfrischt das Blut,
entfacht sogar die Liebesglut!

Allerdings denk stets daran:
geh nicht ganz alleine ran
an die Speisen fremder Art -
so wird Ärger Dir erspart.

Nimm den Partner mit zum Mahl,
vermeide so die Nasenqual,
denn manche dieser Spezereien
duften leider gar nicht fein...

Mundet Euch zu Zweit das Essen,
ist das Duftproblem vergessen -
und wer schläft schon gern allein
wegen dieser Leckereien?!

06.07.2006
Autor:  Ralf Korrek
(*1962)
Gelesen: 140.417nach oben
Täglich einmal


Es gibt Männer und auch Frauen
Welche niemals packt das Grauen
Die dem Tod in's Auge schauen
Und sich beinahe alles trauen...

Doch selbst sie werden manchmal schwach
Ein Schreckgespenst hält alle wach
Und wer es kennt, sieht's ihnen nach
Vor Spannung atmen alle flach...

Mit Gruseln denken sie daran
Täglich einmal kommt es an
Zur gleichen Zeit, genau nach Plan
Wohl dem, der sich verstecken kann...

Doch letztlich trifft es jeden Mal
Dann schreitet man zum dunklen Saal
Erwartet schlimmste Folterqual
Das Antlitz ist vor Angst ganz fahl...

Man möchte fliehen unterdessen
Doch aufzugeben wär' vermessen
Wer's überlebt, wird's nie vergessen
Das tägliche Kantinenessen...

21.06.2006
Autor:  Ralf Korrek
(*1962)
Gelesen: 113.745nach oben
Das dunkle Haus


Ein Mann steht vor 'nem dunklen Haus,
welches ihn erfüllt mit Graus
und dennoch tritt er zögernd ein,
weil ihn plagt 'ne schlimme Pein.
Langsam schleicht er durch den Flur,
betritt das Zimmer ungern nur,
denn nun gibt es kein Zurück
(zumindest nicht in einem Stück).

Dem armen Mann wird's langsam bang,
schon sieht er seinen Untergang,
denn Schritte hallen durch den Flur
und dieses kann bedeuten nur,
das nun auch seine Stunde schlägt -
er hofft, das er den Schmerz erträgt,
den er im Geiste tausendmal
bereits durchlebte voller Qual...

Zwei Gestalten näher sich -
weiß gewandet säuberlich,
doch vermummt ist das Gesicht -
Soll er sie erkennen nicht?!
Ab jetzt ist er in ihrer Hand,
noch nie er sich so wehrlos fand...
er blickt in ein helles Licht,
Angstschweiß tritt auf sein Gesicht.

Sein Mund geht auf, er möchte schreien
und wär' am liebsten ganz allein,
doch dringt kein Ton aus seinem Mund,
stattdessen spürt er was im Schlund...
ein Piksen nur, dann schläft er ein.
Sollt' dieses nun sein Ende sein?
Kaum ein Laut dringt auf den Flur,
man hört ein leises Summen nur...

Als er erwacht, kann er's nicht fassen!
Er wird mit heiler Haut entlassen
und der Schmerz, der ihn gezwickt,
verschwand, bemerkt der Mann beglückt!
Mit Dankbarkeit und voller Glück
blickt er auf jene Zwei zurück,
die ihm genommen seine Pein...
Ein Zahnarzt kann echt nützlich sein!

31.05.2006
Autor:  Ralf Korrek
(*1962)
Gelesen: 67.210nach oben
Opas Zähne

Wie immer sitzt Oma Piepenbrink am Sonntagmorgen in der Kirche. Oma singt von Herzen gerne und kennt alle Choräle. Sie hängt förmlich an den Lippen des jungen Pastors in der Christuskirche. Ach, wie ist sie doch auch rührend, die Geschichte von Joseph. Oh, oh, oh, die bösen Brüder. Als Oma vorsichtig ein Taschentuch aus ihrer Handtasche zieht, um die Tränen abzuwischen, fällt ein Gebiss auf den Fußboden. Ein junger Mann flüstert Oma ins Ohr, ihr Gebiss liegt auf dem Fußboden. Oma flüstert zurück, das sind Opas Zähne, die nehme ich immer mit wenn ich zur Kirche gehe, sonst bleibt vom Sonntagsbraten nichts übrig.


Rolf Grebener
Autor:  Rolf Grebener
Gelesen: 70.453nach oben
A guat's Mittogessn

bei dema net auf's Fleisch vergess'n.
A Glasa'l Wein no zu'r Verdauung
und a Eckbaunk zum Ruhn.
A Weibal, deis aus liab mi busslt
und sich a wengal zuwiekuschlt.
Deis wünsch i ma no vüle Joah'r
o Gott moch meine Wünsche wohr.
Autor:  A.M.G. Maurovich
(*1973)
Gelesen: 70.722nach oben
Der Kranke Fuß!

Der Bau'a sogt zum Dokta:
Ganz gleich ob i geh oda steh -
mei linka Fuaß tuat ma so damisch weh -
ob i geh oda steh.
Der Dokta: Deis is deis Alter -
mei lieba Mau'n -
deis pockt uns olle longsaum oan.
Da Bau'a: Deis hot b'stimmt an aundan Grund -
da rechte Fuaß is grod so olt und der is pumperl Gsund.
Autor:  A.M.G. Maurovich
(*1973)
Gelesen: 69.664nach oben
KURSCHATTEN

Müde schleich ich durch den Park,
geschlaucht durch Knäkebrot und Quark.
Die Füße sind so schwer wie Blei
als ob ich neunzig Jahre wär.
Vor Wochen war ich noch munter
heute rutschen mir die Hosen runter.
Verschwunden ist die Lebenskraft
und alle Glieder sind erschlafft.
Das was sonst mein ganzer Stolz,
hängt an mir-wie morsches Holz.
Zaghaft trat ich hintern Baum
und traute meinen Augen kaum.
Was einst voller Blüte stand
lag wie tot in meiner Hand.
Ich wage kaum daran zu Denken
mich irgendeiner Frau zu schenken.
Von Lust und Liebe keine Spur
das sind die Schatten einer Kur.
Autor:  A.M.G. Maurovich
(*1973)
Gelesen: 68.813nach oben
Die Verkaufsstrategie.

Ernsthaft der Chef zum Lehrling spricht,
verkaufen heißt lernen, vergiss das nicht.

Ich zeig ihn dir jetzt, der Trick ist Famos,
bald ist der Umsatz doppelt so groß.

Da kommt schon die erste Kundin herein,
guten Tag, sagt der Chef, was darf es denn sein.

Guten Tag, sagt Frau König, wie ich mich freu,
ich hätte gerne einmal Gardinenneu.

Sehr gerne, Frau König, bitte sehr,
für Ihre Gardinen das Beste und mehr.

Die Fenster sind frei, Sie sollten es nutzen,
wie leicht ist es jetzt, die Fenster zu putzen.

Unter den Mitteln, da kann man wählen,
doch ich würde Ihnen Glasklar empfehlen.

Meine Frau hat immer Glasklar dabei,
unserer Fenster sind sauber und streifenfrei.

Frau König ist glücklich, bezahlt die zwei Sachen
und ab geht’s nach Hause zum Großreinemachen.

Die Türe geht auf und ein Kunde kommt rein.
Guten Tag, sagt der Lehrling, was darf es denn sein.

Guten Tag, sagt der Kunde, leicht benommen,
könnte ich eine Packung Tampon bekommen.

Einmal Tampon, sagt der Lehrling und noch etwas mehr,
ich berate Sie gerne, bitte sehr.

Sie haben jetzt Auszeit, die sollten Sie nutzen,
darum empfehle ich Glasklar, zum Fensterputzen.

Rolf Grebener
Autor:  Rolf Grebener
Gelesen: 68.097nach oben
Bauer Piepenbrink

Hört nur Leute, welch gutes Ding,
passiert dem Bauern Piepenbrink.

Der Verkauf von 1000 Kühen,
ist der Lohn für all sein Mühen.

Auch alles Land, so wie es war,
kauft ein Herr aus Kanada.

Der Farmer spricht, bevor ich gehe,
wär´s schön, wenn ich noch alles sehe.

Nehmt euch die Zeit und seid so frei,
zeigt mir meine neue Länderei.

Doch Piepenbrink gibt zu bedenken,
dies sollten wir uns lieber schenken.

Es dauert zu lange, darauf mein Wort,
wir wären glatt fünf Stunden fort.

Darauf zu ihm der Farmer spricht,
das ist nicht zu lange aus meiner Sicht.

Ich fahr eine Woche und das ist war,
für meine Ländereien in Kanada.

Doch Pipenbrink meint nur, bis vor ein paar Jahren,
habe ich so eine Karre auch mal gefahren.

Rolf Grebener
Autor:  Rolf Grebener
Gelesen: 61.836nach oben
Eine gute Tat? Oder was sagst du dazu.

Im Februar wurde ich 60 Jahre alt. Wo ist die Zeit geblieben. Oft denke ich an Tante Mimi. Viele Geschichten und Streiche werden wieder in mir lebendig.
Es war an einem Sonntag im April 1953. Es war fast wie immer. Wir Kinder hatten unsere guten Sonntagskleider an und durften uns nicht dreckig machen. Die Langeweile war vorprogrammiert. Der Alltag war viel spannender und voller Abenteuer.
Doch heute sollte alles ganz anders kommen.
Auch die größeren Jungen auf der Brücke hatten Langeweile und suchten ihren Spaß.
Sie riefen mich zu sich und erzählten mir von ihrem Vorhaben. Jeden Tag wollten sie eine gute Tat vollbringen und ich durfte dabei sein. Wir übten zusammen einen Spruch, bis ich ihn kannte. Den sollte ich meiner Oma erzählen, um sie zum Lachen zu bringen. Das wäre eine gute Tat und Oma würde mir dafür was schönes schenken. Als ich dann nach Hause rannte, um Oma zum Lachen zu bringen, gackerten die Jungen auf der Brücke wie die Hühner.
Von weitem sah ich Omas beste Freundin Tante Mimi, auf ihr Fahrrad steigen. Die liebe alte Tante Mimi! Oft schenkte sie mir eine Stange Sahnebonbon. Sie hatte es verdient, belohnt zu werden. Endlich hatte ich die Gelegenheit, sie fröhlich zu machen. Die erste gute Tat war in Aussicht.
Tante Mimi war auf dem Weg zur Kirche. Als sie an mir vorbeiradelte, rief ich ihr voller Freude zu: „Fräulein, haben sie einen Hund bei sich, oder pissen sie selbst am Baum.“
Die Jungen auf der Brücke schrieen vor lachen. Tante Mimi jedoch konnte ihre Freude wohl sehr gut verbergen. Sie warf ihr Fahrrad in unsere Hecke, lief zu meinem Vater und beschimpfte ihn heftig. Ob dieser Spruch wirklich das gelbe vom Ei war? Sicher war ich mir nicht mehr. Auch die gute Tat stellte ich sehr in Zweifel. Meinem Vater jetzt unter die Augen zu treten, war nicht gerade ratsam. Meine Zuflucht war wie immer, bei Oma und Opa. Verständnisvoll hörten sich die Beiden meine Geschichte an. Opa drehte sich zum Fenster. Sein Bauch schüttelte sich verdächtig und sein Kopf wurde rot bis blau. Oma aber, nahm mich in den Arm und tröstete mich. Sie meinte, dieser Spruch sei wohl nicht geeignet um einen Menschen wirklich grenzenlos glücklich zu machen. Bei Tante Mimi brachte Oma alles wieder in Ordnung. Danke Oma.

Rolf Grebener
Autor:  Rolf Grebener
Gelesen: 63.982nach oben
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