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112 Gedanken & Gedichte gefunden, Ausgabe 11 bis 20
Die letzten sieben Tage der Schöpfung
von Jörg Zink

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Aber nach vielen Jahrmillionen war der Mensch endlich klug genug. Er sprach: Wer redet hier von Gott? Ich nehme meine Zukunft selbst in die Hand. Er nahm sie, und es begannen die letzten sieben Tage der Erde.

Am Morgen des ersten Tages
beschloss der Mensch, frei zu sein und gut, schön und glücklich. Nicht mehr Ebenbild eines Gottes, sondern ein Mensch. Und weil er etwas glauben musste, glaubte er an die Freiheit und an das Glück, an Zahlen und Mengen, an die Börse und den Fortschritt, an die Planung und seine Sicherheit. Denn zu seiner Sicherheit hatte er den Grund zu seinen Füßen gefüllt mit Raketen und Atomsprengköpfen.

Am zweiten Tage
starben die Fische in den Industriegewässern, die Vögel am Pulver aus der chemischen Fabrik, das den Raupen bestimmt war, die Feldhasen an den Bleiwolken von der Straße, die Schoßhunde an der schönen roten Farbe der Wurst, die Heringe am Öl auf dem Meer und an dem Müll auf dem Grunde des Ozeans. Denn der Müll war aktiv.

Am dritten Tage
verdorrte das Gras auf den Feldern und das Laub an den Bäumen, das Moos an den Felsen und die Blumen in den Gärten. Denn der Mensch machte das Wetter selbst und verteilte den Regen nach genauem Plan. Es war nur ein kleiner Fehler in dem Rechner, der den Regen verteilte. Als sie den Fehler fanden, lagen die Lastkähne auf dem trockenen Grund des schönen Rheins.

Am vierten Tage
gingen drei von vier Milliarden Menschen zugrunde. Die einen an den Krankheiten, die der Mensch gezüchtet hatte, denn einer hatte vergessen, die Behälter zu schließen, die für den nächsten Krieg bereitstanden. Und ihre Medikamente halfen nichts. Die hatten zu lange schon wirken müssen in Hautcremes und Schweinelendchen. Die anderen starben am Hunger, weil etliche von ihnen den Schlüssel zu den Getreidesilos versteckt hatten. Und sie fluchten Gott, der ihnen doch das Glück schuldig war. Er war doch der liebe Gott!

Am fünften Tage
drückten die letzten Menschen den roten Knopf, denn sie fühlten sich bedroht. Feuer hüllte den Erdball ein, die Berge brannten, die Meere verdampften, und die Betonskelette in den Städten standen schwarz und rauchten. Und die Engel im Himmel sahen, wie der blaue Planet rot wurde, dann schmutzig braun und schließlich aschgrau. Und sie unterbrachen ihren Gesang für zehn Minuten.

Am sechsten Tage
ging das Licht aus. Staub und Asche verhüllten die Sonne, den Mond und die Sterne. Und die letzte Küchenschabe, die in einem Raketenbunker überlebt hatte, ging zugrunde an der übermäßigen Wärme, die ihr gar nicht gut bekam.

Am siebten Tage
war Ruhe. Endlich. Die Erde war wüst und leer, und es war finster über den Rissen und Spalten, die in der trockenen Erdrinde aufgesprungen waren. Und der Geist des Menschen irrlichterte als Totengespenst über dem Chaos. Tief unten in der Hölle aber erzählte man sich die spannende Geschichte von dem Menschen, der seine Zukunft in die Hand nahm, und das Gelächter dröhnte hinauf bis zu den Chören der Engel.
Autor:  Jörg Zink
Gelesen: 130.397nach oben
Tsunami

Wie klein sind wir auf unserer Erde
ein kleines Staubkorn der Natur
Tsunami schlägt tief seine Wunden
zerstört sehr viel in seiner Spur

Die Erde bebt, es entstehen Wellen
im Wasser und die Erde, sie bricht auf
Da flüchten Menschen aus den Häusern
das Unglück nimmt nun seinen Lauf

Gebäude, Häuser, Maschinen zerbersten
die Kraft ist ungeheuerlich
Atomkraftwerke fangen Feuer
der Strom ist weg, nun Rette dich

Was lernen wir aus diesen Zeilen
wir sind ein Spielball der Natur
ein Staubkorn ihrer rohen Kräfte
so ist die Kraft, der Erde pur


©Gerhard Ledwina(*1949)
(Nr. 1093 aus Band 40)
Autor:  Gerhard Ledwina
(*1949)
Gelesen: 115.481nach oben
Gefahr

Strahlen, Wärme, Ungeheuer
dies wird diesmal richtig teuer
Angst und Schrecken jagen sich
Hoffnung, oder rette dich

Was wurde da nur angerichtet
braucht man lang, bis dies gesichtet
Strahlen die man gar nicht sieht
wohin die Wolke wohl noch zieht

Menschen verlieren Haus und Hof
was sind Menschen manchmal doof
wenn sie dieses auch noch bauen
und auf Sicherheit vertrauen

Lernen wir aus diesen Strahlen
dass wir nicht nochmal bezahlen
Hoffen wir auf etwas Glück
dass dies Unglück geht zurück


Autor: ©Gerhard Ledwina(*1949)
(Nr. 1099 aus Band 40
Autor:  Gerhard Ledwina
(*1949)
Gelesen: 115.080nach oben
Angst und Schrecken

Angst und Schrecken jagen sich
Mensch schau zu nun rette dich
Welle schlägt sehr großen Schaden
wo dein Haus stand, kannst nur raten

Vieles einfach weggerissen
du fühlst dich so sehr beschissen
Glück hast du, wenn du noch lebst
neben diesen Trümmern stehst

Wie soll es nun weiter gehen
dies kannst du noch gar nicht sehen
Hoffen auf Hilfe, die es gibt,
dass die Hilfe nicht versiegt

Autor: ©Gerhard Ledwina(*1949)
(Nr. 1094 aus Band 40)
Autor:  Gerhard Ledwina
(*1949)
Gelesen: 105.539nach oben
Wellen schlagen

Wellen schlagen an den Strand
Mensch schaut zu, ist wie gebannt
dröhnen laut mit viel Gebrause
weg ist es das schön Zuhause

Wasser schießt durch alle Gassen
Autos fort und ganze Straßen
Menschen, Leben ist zerstört
keiner findet was ihm gehört

Familien sind in Angst und Not
wo bekommen sie ihr Brot
Was das Meer hat fortgerissen
und die Kleidung ist zerschlissen

Betroffene sind in Überlebensnot
ganze Familien die sind tot
Welle schlug stark an den Strand
zerstörte alles was sie fand

©Gerhard Ledwina(*1949)
(Nr. 1092 aus Band 40)
Autor:  Gerhard Ledwina
(*1949)
Gelesen: 105.569nach oben
Warum?


Warum? Ich weiß nicht.
Warum Ich weiß es nicht!
Warum? Keine Ahnung.
Aber warum? Es ist so.
Warum? Es ist eben so!
Aber warum? Ich kann es nicht sagen.
Warum? Du musst damit leben.
Damit leben? Ja, nimm es an!
Warum? Weil es so ist.
Sag mir warum? So ist das Leben.
Warum? Man kann es nicht ändern.
Warum? Blicke nach vorn.
Aber warum? Weil das Leben weitergeht.
Warum? Weil es muss.
Warum? Es muss weitergehen.
Warum? Weil morgen die Zukunft beginnt!
Autor:  Claudia Henkel
(*1963)
Gelesen: 114.706nach oben
Stille


Ich schließe die Augen und spüre nichts,
ich schließe die Augen und fühle nichts.
Um mich herum ist es vollkommen still,
kein Ton ist zu hören, auch wenn ich es will.

Ich lasse mich fallen, es ist wie ein Traum,
ich höre die Stille, sie umgibt mich im Raum.

Ich höre, wie der Mond scheint,
ich höre, wenn mein Herz weint.
Ich höre die Ruhe, und ich höre den Wind,
ich höre, wie viele Wolken am Himmel sind.

Ich lasse mich fallen, es ist wie ein Traum,
ich höre die Stille, sie umgibt mich im Raum.

Ich höre, wie die Luft in den Ohren schwingt,
ich höre, wie die Sonne am Horizont versinkt.
Ich höre, wie mein Blut in den Adern fließt,
ich höre, was man von den Lippen abliest.

Ich lasse mich fallen, es ist wie ein Traum,
ich höre die Stille, sie umgibt mich im Raum.

Ich öffne die Augen, um mich herum ist es still.
Ich öffne die Augen, trotzdem höre ich viel.
Die Stille tut gut, doch ist manchmal auch Schmerz,
denn ich kann sie hören, sie berührt mein Herz.

Ich lasse mich fallen, es ist wie ein Traum,
ich höre die Stille, sie umgibt mich im Raum.
Autor:  Claudia Henkel
(*1963)
Gelesen: 159.972nach oben
Der Baum


Gedankenverloren und ohne ein Ziel
ging ich vor mich hin, ich dachte nicht viel.
Wollte Bewegung und Ruhe in der Natur,
erholen vom Alltag und abschalten nur.
Ich weiß nicht warum, doch ich blieb plötzlich stehen,
ich wollte nicht mehr weiter gehen.
War geradewegs auf einen Baum zugegangen,
ich sah zu ihm auf und er hielt mich gefangen.
Was ging von ihm aus, ich wusste es nicht,
ich fühlte mich gut, wandte ihm zu mein Gesicht.
Er hielt mich fest in seinem Bann,
als er mich mehr und mehr für sich gewann.
Ich blickte nach oben und wieder zurück,
besah ihn mir gründlich, Stück für Stück.

In der Erde die Wurzeln, man sieht sie kaum,
sie sorgen für Nahrung und halten den Baum.
Durch sie zeigt er Stärke, wird kräftig und schön.
Sie tragen den Baum, er kann aufrecht stehen.
Wie ein Fels in der Brandung wirkt der Stamm von dem Baum,
die Rinde, sie schützt ihn, so rau, dick und braun.
Schickt Kraft und Nahrung zu den Ästen hinauf,
das Wachstum kann nehmen nun seinen Lauf.
Die Äste verteilen das Ganze gepaart
an die Zweige und Zweiglein, zerbrechlich und zart.
So können dann die Knospen sprießen,
der Mensch das Blühen der Blätter genießen.
Zieht der Wind seine Bahn durch die Blätterschar,
dann lebt der Baum, er bewegt sich gar.
„Mir geht´s gut!“ sagt er uns, und das kann man sehen,
das weiß ich jetzt, deshalb blieb ich stehen.
Ein Bild der Vollkommenheit ist für mich dieser Baum,
steht für Kraft und Entwicklung, es ist wie ein Traum.
Ich spüre es in mir, das Ziel ist nicht weit,
hab´ meinen Weg jetzt gefunden, manches braucht seine Zeit.
Autor:  Claudia Henkel
(*1963)
Gelesen: 171.039nach oben
Leben und Licht


Mein Kind, siehst du den Regenbogen dort?
Die Sonne scheint, ohne sie wäre er fort.

Ja, Mami, er ist ja ganz bunt!
Hat er auch Augen und einen Mund?

Nein, mein Kind, er hat kein Gesicht,
er ist nur ein schönes gebogenes Licht.
Regen und Sonne bringen ihn her,
und alle, die ihn sehen, lieben ihn sehr.
Er ist so bunt und klar und hell,
doch leider geht er fort ganz schnell.

Jede Farbe sei ein Teil von dir, ein kleines Stück Leben.
Was immer du brauchst, er soll es dir geben.

Rot ist die Liebe und soll Glück dir bringen.
Wenn du an dich glaubst, wird dir alles gelingen.

Gelb ist die Sonne, sie bringt das Licht.
Hab´ stets Sonne im Herzen und ein Lächeln im Gesicht.

Grün sind die Wälder, die Wiesen und Höhen.
Natur bringt Gesundheit, auch du sollst erblühen.

Blau ist der Himmel mit Wolken und Regen.
Er sei immer bei dir auf all deinen Wegen.

Lila soll dein Schutzengel sein.
Er wird dich begleiten und immer beschützen
und soll dir dein ganzes Leben lang nützen.
Autor:  Claudia Henkel
(*1963)
Gelesen: 132.413nach oben
Lichtblicke


Ich schau` in die Kerze und sehe das Licht.
Es ist immer ganz hell, nein, dunkel wird´s nicht.

Es wärmt mir das Herz, es erfreut meinen Sinn.
Es nimmt mir den Schmerz, alles Leid geht dahin.

Licht ist Wärme, Licht ist Leben,
Licht ist Nehmen und Licht ist Geben.

Licht ist Freude, Licht ist Glück,
Licht ist stets Vorwärts und niemals Zurück.

Licht ist die Sonne und Licht ist der Morgen.
Licht, das heißt Wonne, vertreibt alle Sorgen.

Licht ist auch Träumen, denn ohne das Licht
gäb´s keine Träume, denn wir sähen sie nicht.

Licht heißt Bewegung, denn Licht ist auch Zeit.
Die Zeit bleibt nicht stehen, der Weg des Lebens ist weit.

Auf allen Wegen im Leben begleitet uns das Licht,
gibt Trost und Glück und Segen,
denn ohne Licht gäbe es uns nicht.
Autor:  Claudia Henkel
(*1963)
Gelesen: 118.907nach oben
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