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Gedanken & Gedichte » Autor: Erika Lond
60 Gedanken & Gedichte gefunden, Ausgabe 1 bis 10
Es war einmal ein zahnloses Krokodil namens Maltauchtesmalschwammes. Das lauschte dem Gesang des Opernsängers Edur Carusa unter dessen Schlossfenster. Es war unendlich traurig. Es hatte ungeheuren Appetit auf den knackigen Soldaten, der vor dem Eingang Wache schob. Aber ohne Zähne war nur noch eine Ernährung bestehend aus Suppen und Ketchup möglich.
Es weinte bittere Krokodilstränen und wünschte sich sehnlichst ein Gebiss. Da es aber nie in die Krokodil-Krankenkassen-Vereinigung (kurz KKV genannt) einzahlen konnte, war jegliche Hoffnung verloren. Doch Wunder, oh Wunder! Sein Cousin aus Kalifornien, Alligator Ali Gatorissio, sah die gebissliche Schmach seines gewandten Verwandten und beauftragte seinen Notar, Waran Romeo Fressnurziegen jun. mit einer äußerst genialen und vernünftigen Sofortverfügung: Alle Krokodilszähne, die verloren gingen, mussten durch Implantate ersetzt werden, ohne wenn und aber. Krokodil Maltauchtesmalschwammes war überglücklich, als es das las und bestellte sofort 32 güldene Implantate. Leider fand es keinen krokodilfähigen Zahnarzt. Was sollte es tun, um Gottes Willen? Es war schließlich kurz vor dem Verhungern!
Im gleichen Ort zur gleichen Zeit vergaß das meditationsbegabte und fröhliche Huhn Legheutnicht ausgerechnet zu Ostern die Eierfarben einzukaufen. Als dicke Rauchschwaden das Brennen des Osterfeuers anzeigten, war es so fest auf der Hühnerstange im Hühnerstall eingeschlafen, dass es noch nicht einmal bemerkte, wie es von der Stange in das weiche Stroh darunter fiel. Was es aber dann sah, verwunderte es sehr:
Es erblickte riesige Eier, die ein seltsames längliches Tier vor einer Reihe von Farbtöpfen in den Sand gebuddelt hatte. Die Wanderratte Wandervoll grub die Eier aus, indem sie ganz einfach ihren dünnen Rattenschwanz wie eine Peitsche über dem Sand hin und her schlug. Aus den Farbtöpfen heraus kletterte inzwischen die schräge und dennoch sehr scheue Küchenschabe Emma Kellerfeucht mit all ihren Verwandten, die vertrauensvoll unter ihrer Führung auf der Suche nach neuen Nahrungsquellen in die Farbtöpfe gefallen waren. Die chemische Zusammensetzung der Farbmittel entsprach nicht so ganz ihren üblichen Ernährungsprogramm, so dass sie es wagten, gegen ihre Führerin Emma Kellerfeucht zu protestieren. Die sah ihre Macht schwinden und versprach: "Ich schau mich nach einem anderen Vorratskontinent um!"
Und so krabbelten sie, nun bunt und vielfältig, auf die von der Wanderratte Wandervoll freigelegten Rieseneier zu und bestiegen sie in Schabenscharen. Da sie dort jedoch auch keine brauchbare Nahrung fanden und sie durch die harte Schale nicht in die Eier eindringen konnten, ließen sie sich sofort von der Eispitze hinunter in den Sand fallen.
Ihre farbvollen Krabbelspuren hinterließen auf den Eiern wunderschöne bunte Muster, eine Augenweide für Huhn Legheutnicht. „Hach, ist das schön und einfach!“ dachte es. Wie würde der Osterhase Rudi Langohr staunen, wenn es ihm solche Prachtstücke lieferte!
Doch dann sah es, wie das lange grüne Tier ohne Zähne zu den Eiern zurückkam. „Was bist du für ein Tier?“ fragte es neugierig. „Ich bin ein Krokodil!“ sagte Maltauchtesmalschwammes, nicht ohne Stolz, und fuhr fort: „Ich habe einen Riesenhunger!“
Dann schlug es mit seinem dicken, schweren, gepanzerten Krokodilschwanz die Eier auf und begann sie auszuschlürfen.
Das Huhn Legheutnicht war entsetzt. Nicht nur weil die Küchenschaben-Kunstwerke zerstört wurden, sondern auch, weil es sich niemals hätte vorstellen können, dass jemand seine eigenen unter zerreißenden Schmerzen gelegten Eier einfach so vernichten konnte, nur weil kein brauchbares Essen zur Verfügung stand. „Das sind deine Eier, Krokodil!“ rief es.
Maltauchtesmalschwammes schmatzte kurz und rülpste laut, dann wurde ihm schlecht und es sah noch grüner aus. „Ich bin ein Eier-Kannibale!“ schrie es anklagend und laut, „wie konnte es nur dazu kommen?“
Das Huhn Legheutnicht klärte es auf. Maltauchtesmalschwammes weinte riesige Krokodilstränen und die hinterließen große Pfützen. Da hinein zogen die bunten kreativen Küchenschaben und verloren augenblicklich ihren kunstvollen Anstrich.
Maltauchtesmalschwammes hatte sich am Rand des kleinen Krokodilstränensees niedergelassen und hielt immer noch schluchzend sein zahnloses Maul weit geöffnet. Die nassen - nun farblosen - Küchenschaben wanderten direkt in diesen Schlund und wurden allesamt vom Krokodil Maltauchtesmalschwammes in einem gleichmäßigen Schluchzrhythmus hinuntergeschluckt.
Das Huhn Legheutnicht aber erwachte jetzt im weichen Stroh unter seiner Stange und wunderte sich sehr über seinen seltsamen Traum. „Das ist ein Zeichen!“ dachte es und begann mit viel Gegacker endlich so viel Eier wie nur möglich zu legen.
Es hatte sich erinnert, dass Osterhase Rudi Langohr nur weiße Eier haben wollte, damit er sie selbst kreativ bemalen konnte.
Und so kam es, dass es seine Aufgabe zu Ostern mit Bravour erledigte und nicht nur Lob vom Legehennenhahn bekam...
©by londerika 2010
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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Hautgeflüster
Im Turm der Kirche ist es düster
Und an den kalten Glocken lehnt sich
Ein Mann, ohne Kleidung, der Küster.
Vor ihm die Küsterfrau, rundlich
Beginnen sie zärtliches Hautgeflüster.
Die Kirchenmäuse lauern ganz still
Erfahren das Beben der Glocken.
Ein Windhauch bringt den Gänsehaut-Chill,
das Flüstern wird ein Frohlocken.
Küsterfrau und der Küster
Üben das Hautgeflüster.
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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Der Mittag verlässt das Morgengrauen
um in den Abend hineinzuschauen.
Und wenn der Schlaf kommt, ist es Nacht,
daran habe ich nicht gedacht.
Träume, so denk ich, sind nur Schaum:
das Leben selbst ist nur Traum.
So kann ich eins nur machen:
aus diesem Traum erwachen.
Erika Lond
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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The house is empty,
the children have gone,
autumn has come to me:
I’m on my own.

No laughter round the table,
the kitchen is cold.
No bedstory fable
I have grown old.

No noise in the garden,
no warm embrace.
Just a cracked mirror
reflects my old face.

No busy doings,
no moving about,
sitting behind curtains
just looking out.

The house is empty
all loved ones have gone,
no one remembers me.
I’m all on my own.

Life has been good to me,
I shan’t regret,
the house now is empty,
times were happy - and sad.

Sit behind the curtain,
wait for the final one.
Just the end is certain
for everyone.

The house is empty,
the children have gone,
autumn has come to me:
I’m on my own.
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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Ich sehe es. Siehst du es nicht?
Im Weidenstamm, dem alten,
Ein rätselhaftes Baumgesicht
mit vielen kleinen Falten.

Ein Turban umschlingt das Haupt.
Es schaut mich an und lächelt weise.
Das Grün sprießt zaghaft, noch ist es entlaubt,
es scheint, es spricht, ganz leise:

„Ich bin hier im Baum gefangen
So wie auch du in deinem Leib.
Ich spüre ein großes Verlangen,
denn einst warst du mein Weib.“

Erschrocken lief ich des Weges.
Sicher war`s nur Fantasie.
Ich hörte noch nie so was Schräges,
ein Baum kann nicht sprechen, nie!

Und sollte ich einst reinkarnieren,
will ich ein Vögelchen sein.
Ich möchte dich nicht verlieren,
bau mir ein Nest bei dir rein.
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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In meiner immergrünen Wiese
wächst dort, auf einem kleinen Stück,
nach ganz präziser Analyse
das große "G" für's große Glück.
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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Wetterreim 02
Ist das Wetter duster-diesig
werde manchmal ganz schön fies ich.
Kommt dann aber flugs die Sonne,
hüpf ich rum vor lauter Wonne.
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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Wetterreim 01
Mittagszeit und Sonnenschein,
wer kann denn da noch traurig sein!
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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Auf weiß getünchter Wand
den Schmetterling ich fand.

Ganz reglos er verharrte.
Jemand sprach leise: Warte.

Genieße hier das Sonnenlicht,
im Schatten gibt es solches nicht.

Der Schmetterling war klüger
und auch ein guter Flieger:

So flog er auf dem Sonnenstrahl
ins bunte Wiesenblumental.

Den Schatten mied er ohne Mühen:
Genauso werde ich entfliehen;

Mit Flügeln und ein wenig Flattern
werd' ich im Licht den Platz ergattern

Und niemals mehr im Schatten ruh'n.
Das werd' ich tun, das werd ich tun...

© by londerika
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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Lebensbaum
Der Baum, er schrie:“Seht ihr es nicht
Ich stehe hier im Dunkellicht
Ich fürchte mich so ganz allein
Will niemand helfen, bei mir sein?
Und im Gebüsch, man glaubt es kaum
Erschallt der Ruf: „Sei ruhig Baum
So helf dir selbst, treib neue Triebe
Fang an und tu’s dir selbst zuliebe!“.
Der Baum, so hilflos er auch war,
strengte sich an. In einem Jahr
besiegte wütend er sein Leid
und trug ein neues Blätterkleid.
Und die Moral von dem Gedicht?
Sei kampfbereit, verzage nicht.
Du bist der Boss, das merke dir,
über dein Leben, jetzt und hier.
© by Erika Lond
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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